veröffentlicht am: 17. Dezember 2025|4 min Lesezeit|
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Black Week 2025 Performance-Recap

Was hat Verkäufe, Werbung und Rankings auf Amazon bewirkt?

Als Ende November 2025 die ersten Weihnachtslichter in Innenstädten und Einkaufszentren zu flackern begannen, leuchteten Amazons "Digital Shelfs" bereits. Nicht mit Kerzen oder Lametta, sondern mit roten Streichpreisen und Countdown-Timern. Die Black Week war wieder da. Und wie jedes Jahr hinterließ sie mehr als nur Umsatz. Sie hinterließ Spuren in Daten, in Rankings, in Lagerbeständen und in strategischen Fehlern, für die manche Vendoren noch bis weit ins Jahr 2026 bezahlen könnten. Dieser Artikel handelt von diesen Spuren. Davon, was während der Black Week 2025 auf Amazon wirklich passiert ist. Es geht um zehntausende ausgewertete ASINs, hunderten analysierten Daten, und eine Woche, die erneut die Regeln für Sichtbarkeit, Pricing und Paid Traffic neu geschrieben hat. Am Ende geht es vor allem darum, was Amazon-1P-Vendoren daraus lernen müssen, wenn sie die Black Week 2026 vorbereitet - nicht hoffnungsvoll - betreten wollen.

Eine Kurzgeschichte der Black Week

Was hat das Event gebracht?

Bevor die Geschichte beginnt, hier die wichtigsten Ergebnisse:

  • Nur ca. 19 % des aktiven Sortiments eines Vendors waren während der Black Week rabattiert
  • Durchschnittlicher realer Rabatt: 12,6 %
  • Rund 25 % der „Black-Week-Deals“ waren keine echten Rabatte (nur gegenüber UVP)

Sales Impact

  • Gesamtsortiment: +80 % Umsatz
  • Rabattierte ASINs: +180 % Umsatz
  • Rabatt + Ads: +220 % Umsatz

Advertising wurde günstiger, nicht teurer

  • ACOS sank relativ um bis zu 25 %
  • TACOS blieb stabil

Der wichtigste Tag war nicht der Cyber Monday

  • Tag 1, Tag 2 und der Black Friday dominierten den Umsatz

Black Week 2025 war kein Marathon.
Sie war eher ein 400m Rennen, gespickt mit Warten, Vergleichen und einem letzten, entscheidenden Endsprint am Black Friday.

Woher stammen unsere Zahlen?

Diese Analyse ist nicht anekdotisch. Sie ist kein Post-Mortem auf Basis einiger weniger Hero-SKUs.

Die Daten basieren auf:

  • Zehntausenden ASINs führender Marken in Europa und den USA
  • 13.600 als Black-Week-Deals gekennzeichneten ASINs
  • 92 % der Vendoren nahmen mit Black-Week-Deals teil
  • Beobachtungszeitraum: 20. Nov – 1. Dez. 2025, verglichen mit der Vorwoche

Rabatte wurden gegen den tatsächlichen Tiefstpreis der Vorwoche berechnet – nicht gegen die UVP.
Ein wichtiges Detail, das erklärt, warum so viele „Deals“ in Wirklichkeit keine echten Deals waren.

Sales, Units, Glance Views, Werbeausgaben, ACOS, TACOS und Halo-Effekte wurden täglich getrackt.
Weniger Kristallkugel, mehr Seismograf.

Zwei männliche Hände halten ein gebundenes Dokument mit ausgewählten Ergebnissen der AMVisor-Black-Week als Vorschau für den Download.

I. Akt: Die ersten zwei Tage

Wenn die Black Week ein Weihnachtsmarkt wäre, dann wären Tag 1 und Tag 2 der Moment, in dem sich die Tore öffnen.
Die Verkäufe explodierten sofort – noch bevor der Traffic anzog.
Das ist das Paradoxon, das einige Vendoren verpassten:
Die Menschen kamen mit Kaufabsicht, nicht aus Neugier.

  • Umsätze stiegen abrupt
  • Absatzmengen nahmen zu, aber weniger stark
  • Hochpreisige Produkte verkauften sich überproportional gut

Das war kein Ramsch-Verhalten. Das war strategisches Kaufen. Käufer wussten, was sie wollten – und viele Vendoren waren ausverkauft, bevor sie die tatsächliche Dynamik realisierten. Out-of-Stock-Situationen erreichten früh ihren Höhepunkt. Nicht, weil sie geplant waren, sondern weil die Geschwindigkeit unterschätzt wurde.

Learnings:
Die Black Week wärmt sich nicht auf. Sie detoniert.

II. Akt: Vergleich, Zweifel, Wunschlisten

Nach dem ersten Ansturm passierte etwas Kontraintuitives:

  • Traffic stieg.
  • Verkäufe verlangsamten sich.

Glance Views erreichten an Tag 2 und Tag 5 ihren Höhepunkt, während die Conversion hinterherhinkte. Kunden verglichen. Sie warteten. Sie beobachteten Preise wie Falken auf verschneiten Dächern.

Zwei ruhige Phasen kristallisierten sich heraus:

  • Sonntag–Montag nach dem Start
  • Das Wochenende nach dem Black Friday

Für Vendoren war hier Disziplin entscheidend:

  • Ads ohne Strategie verbrannten Budget
  • Rabatte ohne Sichtbarkeit verschwanden im Rauschen

Wer präsent blieb – mit kontrollierten Geboten und verfügbaren Hero-SKUs – blieb relevant.
Wer blinzelte? War weg.

III. Akt: Black Friday – der zweite Peak

Dann kam der Black Friday selbst.
Die Verkäufe zogen erneut stark an – insbesondere bei höherpreisigen Produkten.
Interessant: Werbung steigerte die Absatzmengen kaum noch – wohl aber den Umsatzwert.

Interpretation:
Kunden hatten sich früher entschieden, was sie kaufen.
Der Black Friday entschied wann.
Der Cyber Monday, einst die Krönung, wurde zur Randnotiz.

Advertising: A real boost for your listing

Hier liegt eines der am meisten missverstandenen Ergebnisse der Black Week 2025.
Ja, Vendoren haben mehr ausgegeben.

  • +10,2 % mehr beworbene ASINs
  • 1,8× tägliche Werbeausgaben im Vergleich zu normalen Wochen

Aber Werbung wurde effizienter, nicht ineffizienter:

  • ACOS sank deutlich, besonders früh und am Black Friday
  • TACOS blieb trotz aggressiver Ausgaben stabil
  • Anteil der Ad-Sales stieg (≈ 16,5 % → 18,5 %)

Warum?
Weil die Nachfrage real war.
Menschen wollten kaufen – Werbung entschied nur, bei wem.

Drei praktische Takeaways für Amazon-1P-Vendoren 2026

1 Nicht alles rabattieren – präzise rabattieren

  • Ziel: ca. 20 % des Sortiments
  • Fokus auf SKUs mit:
    • starker Conversion-Historie
    • ausreichender Review-Tiefe
    • strategischer Relevanz für Rankings

Mehr Rabatte bedeuten nicht mehr Erfolg.
Präzision tut es.

2 Budget nach vorne ziehen – konsequent

  • Tag 1, Tag 2, Black Friday sind nicht verhandelbar
  • ACOS ist am niedrigsten, wenn sich Wettbewerb am höchsten anfühlt
  • Budget für den Cyber Monday zu sparen ist sentimental, nicht strategisch

Kaufe Sichtbarkeit, wenn die Kaufabsicht am heißesten ist – nicht wenn sie am günstigsten erscheint.

3 Black Week als Ranking-Investment verstehen

Stabiler TACOS bedeutet etwas Mächtiges:

Du kaufst:

  • Marktanteile
  • New-to-Brand-Kunden
  • Reviews
  • Algorithmischen Rückenwind für Dezember

Black Week ist kein Margen-Event.
Es ist ein Positionierungs-Event.

Zwei männliche Hände halten ein gebundenes Dokument mit ausgewählten Ergebnissen der AMVisor-Black-Week als Vorschau für den Download.

Fazit

Die Schlussszene: Was bleibt, wenn der Schnee geschmolzen ist

Mitte Dezember sind die Banner verschwunden.
Preise normalisieren sich.
Dashboards beruhigen sich.

Aber die Effekte der Black Week bleiben.

In Rankings.
In der Markenwahrnehmung.
Bei den Vendoren, die geplant haben – und denen, die gehofft haben.

Die Black Week 2025 erzählte eine klare Geschichte:

  • Das Event ist kürzer, als es aussieht
  • Advertising ist kein Kostenblock, sondern ein Hebel
  • Präzision schlägt bloße Teilnahme
  • Warten ist die teuerste Strategie von allen

Wenn das Jahr endet und die Planung für 2026 beginnt, lautet die Frage nicht mehr, ob man Black Week spielt.
Die Frage ist, ob du vorbereitet hineingehst – oder den Schneefall erneut von der Seitenlinie beobachtest.

  • Tina Friedrich CMO @AMVisor

    Tina Friedrich

    CMO

    Seit 2020 ist Tina bei AMVisor auf strategisches B2B-Marketing, Kommunikation, Online-Content-Erstellung und Öffentlichkeitsarbeit spezialisiert.

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